Plastikrecycling ist keine Alibi-Übung – sondern Teil der Lösung
Unter dem Titel «Plastik sammeln – sinnvoll oder Alibi-Übung?» beleuchtete «Kassensturz» die schweizweite Einführung des Sammelsystems «RecyBag». Ziel des Vorhabens ist es, die Sammelquote zu erhöhen. Offensichtlich gibt es Handlungsbedarf: Aktuell werden in der Schweiz lediglich rund 3% aller im Haushalt anfallenden Plastikverpackungen wie Shampoo-Flaschen, Joghurtbecher oder Lebensmittelfolien gesammelt und wiederverwertet. PET-Flaschen bilden hier eine Ausnahme – für sie existiert bereits ein etabliertes Sammelsystem.
Die RecyBags sind zum Selbstkostenpreis erhältlich; die gesammelten und gereinigten Kunststoffabfälle können bei Sammelstellen abgegeben werden. Ein pragmatischer Ansatz – doch reicht das?
Fehlende Infrastruktur und wirtschaftlicher Druck
Im Fernsehbeitrag begleitet ein Reporter einen Transport Schweizer Plastikabfälle ins Ausland – in diesem Fall zu einer Sortieranlage über die Grenze nach Österreich. Denn anders als in Deutschland oder Österreich verfügt die Schweiz bislang über keine eigenen Anlagen zur Sortierung gemischter Kunststoffabfälle.
Die Gründe sind vor allem wirtschaftlicher Natur: Billige Rezyklate aus den USA und Asien drücken die Preise. Gleichzeitig sind die Kosten für Sortierung und Recycling hoch. Unter den aktuellen Marktbedingungen zahlen Industrie und Konsumenten für jede Tonne Recyclingkunststoff drauf.
Diese Realität setzt die Branche unter Druck – ist jedoch kein Argument gegen Recycling, sondern vielmehr ein Hinweis darauf, dass die Rahmenbedingungen angepasst werden müssen.
Recyclingquoten als «Game-Changer»?
Auch Schweizer Recyclingunternehmen weisen darauf hin, dass verbindliche Recyclingquoten – wie sie in verschiedenen europäischen Ländern bereits gelten – die Situation grundlegend verändern könnten. Klare Zielvorgaben für den Anteil von Altplastik in neuen Kunststoffprodukten würden die Nachfrage nach Rezyklaten stärken und Investitionen in Infrastruktur attraktiver machen.
Zudem ist davon auszugehen, dass der Export von Plastikabfällen über Landesgrenzen künftig stärker reguliert wird. Die Schweiz wird sich langfristig nicht darauf verlassen können, ihre Kunststoffabfälle im Ausland verarbeiten zu lassen.
Mechanisches Recycling stösst an Grenzen
Kritische Stimmen – etwa von Umweltorganisationen wie Greenpeace oder vom Schweizer Konsumentenschutz – bezeichnen Plastikrecycling teilweise als Greenwashing. Ein zentrales Argument: das sogenannte Downcycling. Dabei entstehen aus Kunststoffabfällen minderwertigere Produkte, etwa Blumentöpfe oder Rohre, die sich später kaum nochmals recyceln lassen.
Tatsächlich stösst das mechanische Recycling bei gemischten oder verschmutzten Kunststoffen an technische Grenzen. Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen. Innovative Verfahren wie chemisches Recycling – beispielsweise Solvolyse oder Pyrolyse – ermöglichen es inzwischen, auch gemischte Kunststoffabfälle in hochwertige Rohstoffe umzuwandeln. Das Resultat sind Öle in Neuwarenqualität, die als Ausgangsstoff für eine Vielzahl anspruchsvoller Produkte dienen können.
Solche Technologien funktionieren bereits heute – und sie erweitern die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft erheblich.
Verbrennen ist keine nachhaltige Alternative
Wer Recycling grundsätzlich infrage stellt, muss eine andere Lösung anbieten. Realistisch betrachtet bleiben nur zwei Optionen: die drastische Reduktion des Kunststoffverbrauchs – was sich in der Vergangenheit als schwierig erwiesen hat – oder die Verbrennung.
Doch das Verbrennen von Kunststoffen bedeutet die Nutzung fossiler Rohstoffe mit entsprechenden CO₂-Emissionen. Wenn das Ziel eine klimaverträgliche Zukunft ist, kann dies keine langfristige Strategie sein. Stattdessen gilt es, Kunststoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten und ihren Wert zu erhalten.
Recycling ist daher nicht Teil des Problems – sondern Teil der Lösung.
enespa: Technologie für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft
enespa setzt sich seit jeher für eine Welt ohne Kunststoffabfälle ein. Als Spezialist für integrierte Lösungen im Bereich Advanced Recycling begleiten wir Projekte von der Planung über den Bau bis zur schlüsselfertigen Übergabe – inklusive behördlicher Abstimmung. Unsere Anlagen sind auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten.
Nach dem erfolgreichen Aufbau unserer technologischen Expertise stehen wir heute in einer starken Position: Das Interesse von Industrie und Investoren wächst – getrieben von steigendem Umweltbewusstsein, regulatorischen Anforderungen und dem klaren Bedarf an funktionierenden Recyclinglösungen.
Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft entsteht nicht von selbst. Sie braucht Innovation, Investitionen und den Mut, neue Wege zu gehen. Genau hier setzen wir an.
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